Was Gesamtschulen ausmacht

Wir haben für Sie einige Argumente in den Bereichen zusammengetragen, in denen sich Gesamtschulen in NRW besonders auszeichnen. Zudem finden Sie auf unserer Website eine Auflistung aller sechs Gesamtschulen in Mönchengladbach und die Kontaktdaten für unser Beratungstelefon, an dem Ihnen Expert*innen für Rückfragen zum Thema zur Verfügung stehen.

Vergibt alle Abschlüsse

Die Gesamtschule vergibt alle Abschlüsse. In der Gesamtschule sind die Bildungsgänge der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums zusammengefasst – in ihr integriert. Alle Abschlüsse dieser Schulformen können an der Gesamtschule erreicht werden:

  • der Hauptschulabschluss nach der Klasse 9 mit der Versetzung in die Klasse 10
  • der Hauptschulabschluss nach Klasse 10
  • der Mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) nach Klasse 10
  • der Mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) nach Klasse 10 mit der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe
  • die Fachhochschulreife nach Klasse 12 (schulischer Teil)
  • das Abitur nach Klasse 13

Gebundener Ganztag

Die Gesamtschule ist eine verlässliche – deshalb „gebundene“ Ganztagsschule; sie versteht sich als „Lern- und Lebensraum“ – und bietet Zeit dafür. Über den Fachunterricht hinaus bietet die Gesamtschule ihren Schülerinnen und Schülern Projektarbeit, Übungszeiten anstelle von Hausaufgaben, selbst organisiertes Lernen und Förderunterricht.

Ganztagsschule bedeutet aber mehr als Unterricht den ganzen Tag. So bietet jede Gesamtschule ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften – beispielsweise aus den Bereichen Sport, Musik, Kunst, Theater, Handwerk, Technik, soziale Arbeit. Kinder und Jugendliche organisieren auch selbst Aktivitäten und Arbeitsgemeinschaften. Sie erhalten damit die Möglichkeit, Gemeinschaft zu erleben, eigene Fähigkeiten und Vorlieben zu entdecken und zu entwickeln

Individuelle Förderung

Eine Schule für alle Kinder ist zugleich eine Schule der Vielfalt. Unterschiedlichkeit der Kinder – hinsichtlich Leistungsfähigkeit und sozialer, auch kultureller Herkunft – wird nicht als Last wahrgenommen, sondern ist gewollt und wird als Chance geschätzt und genutzt:

  • miteinander und voneinander lernen
  • Selbständigkeit lernen
  • Verantwortung lernen für das eigene Weiterkommen, aber auch für das der Gruppe
  • seinen Standpunkt begründen können
  • Unterschiede respektieren lernen und hilfsbereit sein

Das sind Leitideen, die das Lernklima und den Erfolg aller schulischen Aktivitäten bestimmen. Was braucht dieses Kind, dieser junge Mensch, um sich immer wieder Herausforderungen zu stellen?Es geht darum, jedes Kind, jeden Jugendlichen mit seinen Stärken und Schwächen im Blick zu haben, zu fördern und zu fordern. Selbstverständlich können nicht alle Schüler und Schülerinnen im gleichen Zeitraum gleiche Leistung erbringen. Deshalb sind – statt Lernen im Gleichschritt, für alle im gleichen Tempo – Individualisierung und Differenzierung „Markenzeichen“ der Gesamtschule

Alternativen zur 2. Fremdsprache

Zur Anerkennung des Abiturs gehört eine 1. und 2. Fremdsprache. Am Gymnasium hat die 2. Fremdsprache den Rang eines Hauptfaches. Das ist schlecht für Kinder, deren Begabungen eher im naturwissenschaftlich-technischen oder im künstlerisch-musischen Bereich liegen. An der Gesamtschule können die Kinder statt der 2. Fremdsprache (die natürlich auch gewählt werden kann) als 4. Hauptfach „Naturwissenschaften“, „Arbeitslehre“ oder „Darstellen und Gestalten“ wählen. Die 2 Fremdsprache kann später gewählt werden, dann aber im Rang eines Nebenfachs. Für die allgemeine Anerkennung des Abiturs ist es gleichgültig, zu welchem Zeitpunkt die 2. Fremdsprache gewählt wird.

Lernen ohne Angst

Wenn Lernen gelingen soll, muss Schule für Kinder und Jugendliche ein sicherer Lernort sein; Angst erschwert das Lernen. Die Wertschätzung aller Heranwachsenden und die Verlässlichkeit der Erwachsenen sind entscheidende Voraussetzungen für angstfreies Lernen. Das wollen Gesamtschulen leisten.
Deshalb: Die Gesamtschule sortiert keine Kinder aus, sondern will sie den individuellen Fähigkeiten entsprechend fördern und herausfordern. Viele Heranwachsende brauchen Zeit, um zeigen zu können, was in ihnen steckt! Gesamtschulen geben ihnen die Zeit. Ein Auf und Ab in der Entwicklung ist nicht ungewöhnlich. Die Frage nach dem jeweils bestmöglichen Schulabschluss wird deshalb für alle möglichst lange offen gehalten. Schule und Elternhaus arbeiten in dieser Frage eng zusammen.

Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule bleiben im Sinne des längeren gemeinsamen Lernens möglichst lange zusammen.
Von Klasse 5 bis 9 gibt es kein Sitzenbleiben. Es gibt auch kein „Abschieben“ auf eine andere Schulform